Drei Gründe für die Arbeit mit Visionen

Christine | VISION SESSION | Die Vision führt uns an  - Der Podcast für visionäre Team- und Organisationsentwicklung

In dieser ersten Episode geht es um drei relevante Gründe für die Arbeit mit Visionen. Wie der Name VISION SESSION schon vermuten lässt, ist die Arbeit an und mit Visionen ein zentrales Thema meiner Beratungstätigkeit. Im Rahmen der Nuller-Episode habe ich bereits davon berichtet, dass mir das Thema Visionsarbeit am Herzen liegt. 

 

Ich bin heute ganze felsenfest davon überzeugt, dass die Arbeit an Visionen mit Menschen in Organisationen eine große Rolle spielt, um Formen der Zusammenarbeit nachhaltig zu verändern. Dabei kommt es sicherlich auch darauf an, wie wir Visionen schaffen und schlussendlich auch, wie wir sie nutzen. Dazu wird es in den kommenden Episoden noch weitere Impulse geben. Heute schauen wir aber erst einmal auf die drei zentralen Gründe für die Arbeit mit Visionen.

Visionen erzeugen positive Emotionen

In Organisationen, die sich in Veränderungs- und Transformationsprozessen befinden, wird nicht selten von Stress, Unmut oder Belastung berichtet. Viele Veränderungsprozesse gehen mit einer Steigerung von Stress und Unzufriedenheit einher. Zum Gelingen von Veränderung ist es dabei umso wichtiger, diesen Stress auslösenden Gefühlen, positive Emotionen entgegenzusetzen. Das Gelingen der Veränderung hängt sogar maßgeblich davon ab. 

 

Die Bedeutsamkeit positiver Emotionen für Coaching und Organisationsentwicklung wird gerade auch in der Literatur wiederentdeckt. Die Arbeit an und mit Visionen bildet hier ein gutes Einstiegsfenster. 

 

Dadurch, dass Visionen positive Zukunftsbilder repräsentieren, sind sie in der Lage, mit hohem Tempo positive Emotionen zu erzeugen. Sie haben eine enorme Sogwirkung. Visionen fördern eine Hin-zu-Bewegung, die sich nach vorn, in Richtung Zukunft bewegt. Sie bilden damit einen Unterschied zu Bewegungen, die aufgrund eines Schmerzpunktes entstehen, den sogenannten Weg-von-Bewegungen. Weg vom Tiefschlag, weg vom Konflikt im Team, weg von gescheiterten Projekten. All dies sind Impulse, die sich von negativen Emotionen wegbewegen wollen. 

 

Visionen beschreiben hingegen die Richtung, in die es gehen soll. Hin zu einer kollegialen Arbeit im Team, hin zu Erfolgen, hin zu mehr Austausch und Verständigung. In diesem Sinne ermöglichen Visionen eine zügige Fokusverschiebung: Von der Problemsicht zur Lösungssicht. Von der Sicht auf Defizite, zum Blick auf Ressourcen und Möglichkeiten. Und genau diese Fokusverschiebung ist es, die positive Emotionen so richtig zum Schwingen bringen und Veränderungsprozesse gelingen lassen. 

Visionen wirken sinnstiftend

Visionen sind eng geknüpft an Werte. Und sie formulieren aufgrund ihres Werte-Charakters einen Nutzen FÜR andere. So zum Beispiel für eine Umwelt, für Kundinnen und Kunden, für Projektpartner oder für eine Gemeinschaft. Genau das kann dazu führen, dass unserer Arbeit, durch die Schaffung von Visionen, Sinn verliehen wird. Visionen wirken also auf uns durch die in ihnen transportierten Werte.

 

Ein gutes Beispiel liefert uns hier Jimmy Wales, der Mitbegründer von Wikipedia. Wales beschrieb seine Vision nämlich in einer Frage. 

 

"Was wäre, wenn das gesamt Wissen der Menschheit jedem frei zugänglich gemacht würde?" 

 

In dieser so kurzen Beschreibung findet sich ein Nutzen für andere. Und die darin geknüpften Werte lassen sich ebenso heraushören. Werte, wie Innovation, Freiheit, Zugänglichkeit, Fortschritt, sind in seiner Vision enthalten. Ganz deutlich wird bei dieser Thematik jedoch auch, dass nicht jede Vorstellung eine taugliche Vision darstellt. Umsatzsteigerung zum Beispiel hat zwar ihre Berechtigung, ist jedoch ohne weitere Verknüpfung von Werten kein visionärer Ansatz. Das hat damit zu tun, dass Geld allein kein Wert ist. Mitarbeitende und Führungskräfte empfinden nicht mehr Sinn, wenn sie mehr verdienen. Die Idee der Umsatzsteigerung an sich, wäre also eher ein Ziel. 

 

Damit bietet Visionsarbeit eine wunderbare Möglichkeit für Führungskräfte und Teams, über Ziele hinaus zu denken und eine echte Sinnausrichtung vorzunehmen. 

 

Mithilfe von Visionen lassen sich Transformationsprozesse gestalten

Für diesen Grund ist es wichtig, Transformationsprozesse von typischen Change-Prozessen zu unterscheiden. Change-Prozesse beziehen sich auf Veränderungen, die sich beispielsweise auf die Strukturen eines Unternehmens beziehen oder auf eine Abteilung oder einen Standort. Recht häufig geht es hiebei um konkrete Handlungsschritte, um Prozessoptimierungen, Kostensenkung, Umsatzsteigerung oder um neue Rollen der Mitarbeitenden.

 

Transformationsprozesse liegen tiefer. Hier liegt der Fokus auf Einstellungen, Haltungen, Werte und Kulturen des Unternehmens. Und oft geht es dabei letztendlich auch um die Neudefinition gemeinsamer Arbeit. Im besten Falle gehen diese beiden Prozessebenen Hand in Hand. Gerade für die Gestaltung transformativer Prozesse benötigen wir eine andere Handhabe der Beratung und Begleitung. Und da kommt die Visionsarbeit ins Spiel.

 

Visionsarbeit hilft Mitarbeitenden und Führungskräften zum einen über das Bekannte hinaus zu denken. Dadurch besteht auch die Chance, in das Utopische hineinzuschauen und damit schlussendlich auch etwas Neues zu schaffen. Mit Visionen können gemeinsam neue Richtungen bestimmt und ein neues gemeinsames Selbstverständnis geschaffen werden. Und damit erhält jeder Change-Prozess eine echte Grundlage.

Zum Schluss: Anregungen für dich

Wenn du in die Nuller-Episode hineingehört hast, dann weißt du, dass es mir ein Anliegen ist, auch darauf zu schauen, wie wir als Beratende in all die Prozesse, die wir begleiten, hineinwirken. Zum Bespiel durch unsere Person und durch unsere eigenen, persönlichen Haltungen und Einstellungen. Ich verstehe Methoden, Tools und Konzepte daher nicht einfach als ein Handwerk, das ich in Teams und Organisationen anwende. Sondern vor allem als eine Praxis, die ich mit mir selbst betreibe. 

 

Wenn ich also auf das Thema Visionen schaue, dann kann ich mich zum Beispiel selbst fragen: Was ist denn mein positivstes Zukunftsbild - zum Beispiel auch von mir und von meinem Business? Welchen Nutzen soll es für andere bringen? Mit welchen Werten ist es verknüpft? Welchen Sinn verleiht es mir? Welche Emotionen setzt es bei mir und anderen frei?

 

Ich möchte dich ganz herzlich einladen, diesen und anderen Fragen in den kommenden Episoden mit mir nachzugehen. In der nächsten Episode werden wir dabei auf eine Methode schauen, die du in Teams nutzen kannst, um Visionen zu schaffen. Den sogenannten Zukunftssprung. Diese Methode kannst du zusätzlich auch einmal für dich selbst erproben und damit mehr in deine ganz eigene Vision eintauchen. 

 

Für heute möchte ich mich ganz herzlich bei dir bedanken, dass du dabei warst.

 

Bis zur nächsten Folge: Hab' eine gute Zeit!

 



Deine Coachin: Christine Neumann

Systemische Supervisorin und Coachin | NEW WORKERIN | Solopreneurin | 

Visionärin | Instagram: visionscoachin | Facebook: visionscoachin | 



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